Hybrid Switch   HS-30 -- VoIP - Least Cost Switch

Einführung:
Der HS-30 ist eine Kombination aus einem E1-VoIP-Gateway und einem E1-Least Cost Router.
Es ist somit möglich bestehende Telefonanlagen ohne merkliche Änderungen an die VoIP-Welt anzuschließen. Die Fallback-Möglichkeit auf das konventionelle ISDN-Netzwerk erhöht die Verfügbarkeits- und die Qualitätsansprüche der Kunden. Je nach Destination werden die Übermittlungswege und sogar die Protokollarten über eine umfangreiche Routingtabelle konfiguriert.
Aufgrund der Zuweisung des ausgangsseitigen Ports kann der HS-30 als Terminierungsgerät gewählt werden, d.h. Telefonate zwischen Filialen bzw. zwischen Geräten der Hybrid-Switch- Familie können ausschließlich über das Internet geführt werden.
Der Multiprotokoll-Mode eröffnet die Zusammenarbeit mit anderen Geräten, und erhöht die Einsatzgebiete. Der HS-30 kann drei verschiedene Protokollarten (H.323 / SIP / NOSIP®) während der gleichen Zeit bearbeiten. Somit können z.B. Gespräche zu H.323- und zu SIP- Destinationen geführt werden, ohne dass eine Softwareänderung nötig ist.

Multiprotokollfähigkeit:
Der HS-30 unterstützt drei parallele VoIP-Protokolle:
  1. NOSIP®
  2. H.323
  3. SIP
Dabei ist sehr wichtig, dass diese Protokolle zur gleichen Zeit verwendet werden können, also kein Firmwareupdate nötig ist. Die Entscheidung, welches Protokoll gewählt wird, hängt von der jeweiligen Zielhardware ab. Dadurch werden die Einsatzmöglichkeiten erweitert und die Terminierungsstellen vermehrt.
Weitere Informationen zu NOSIP® erhalten Sie im nächsten Abschnitt.

Beschreibung / Vorteile NOSIP®:
Durch die Maßgabe der Unveränderbarkeit der bisherigen TK-Technik spielt die einfache Installation der VoIP-Technik eine sehr große Rolle.
Dies wurde durch ein properitäres Voice-Protokoll (NOSIP® = Number orientated Session Initial Protocol) erreicht. Mit NOSIP® ist eine Konfigurierung der vorhandenen Firewall nicht nötig.
Ein weiterer markanter Vorteil der NOSIP® Anwendung ist das Wahlverhalten. Die bis dato angewendeten Verfahren H.323 und SIP benötigen zur Beendigung der Wahleingabe ein Bestätigungszeichen oder einen Timeout (IDT = Inter digital timeout) um die Fertigstellung der Wahl zu erkennen. Dies führt teilweise zu erheblichen Auswirkungen in dem Wahlverhalten des Teilnehmers. Mit NOSIP® sind diese Probleme behoben und die "Art des Wählens" entspricht einer ISDN-Anwahl (Wahlvorbereitung, Einzelwahl).
Die bisher etablierten Protokollarten H.323 und SIP werden von dem HS-30 ebenfalls unterstützt, sodass das properitäre Protokoll keine Nachteile im Einsatz in bestehenden Netzwerken bringt (siehe Multiprotokollfähigkeit).

Gebührensimulation (AOC):
In vielen Fällen ist durch ein nachgeschaltetes Gebührenauswertesystem eine Simulation von Gebühreneinheiten (AOC = Advice of charge) ein unbedingtes Muss um Gesprächskosten zu erfassen und abzurechnen. Der HS-30 erzeugt nach einer eingestellten Gebührentabelle die nötigen Signalinformationen, die für ein Abrechnungssystem nötig sind.
Ein Einsatz von zusätzlicher Hardware zur Gebührenerzeugung ist somit nicht notwendig.

Fallback:
Durch den vorhandenen Primärmultiplexanschluss ist zu jeder Zeit bei Ausfall oder Einschränkung der Breitbandverbindung ein sogenanntes Fallback durchzuführen. Dabei erkennt der HS-30 automatisch die Aktivität des Anschlusses oder ein eventuelles Gassenbesetzt. Durch die Konfigurierung in der Routingtabelle können Call-by-Call-Anbieter o.ä. angewählt werden.

Leitungsbegrenzung / Bandbreite:
Der HS-30 verfügt über eine Kanalbegrenzung der VoIP-Kanäle, d.h. sollte der Breitbandanschluss (z.B. DSL) aufgrund seiner Bandbreite oder Qualität nicht in der Lage sein, 30 parallele Gespräche zu transportieren, kann die Anzahl der Sprachkanäle zwischen 1 und 30 reduziert werden. Ab dieser eingestellten Grenze werde die abgehenden Gespräche über das ISDN Netzwerk geführt.

Call detail records (CDR’s):
Zur Abrechnung der Gesprächsdaten ist der HS-30 mit einem CDR-Logging mit einer Speichertiefe von 8000 Einträgen ausgerüstet. Diese Funktion enthält alle notwendigen Daten wie Zeit, Dauer, CLI, IP etc..
Mit Hilfe diesem CDR-Logging ist ein Import zu einem Billing-System sehr einfach möglich.

Filialvernetzung / Termination Point:
Die Bidirektionalität des HS-30 erlaubt eine Terminierung von Gesprächen zwischen den installierten Geräten.
Bei Filialunternehmen (Prinzipschaltbild II) sind beide oder mehrere Standorte mit HS-30-Technik ausgerüstet. In den jeweiligen Geräten sind die entsprechenden IP-Adressen eingerichtet. Bei einem Rufaufbau entscheidet der HS-30 gemäß seiner Routingtabelle den Vermittlungsweg über das Internet und das Gespräch erreicht den gewählten Standort. Der gewünschte Terminierungsport des Empfängers wird schon bei Absenden des Setups programmiert, sodass der Ruf direkt auf den internen Anschluss von HS-30 und somit direkt auf die Telefonanlage weitervermittelt wird. Diese Gespräche sind reine Internetverbindungen und werden nicht über einen Telefonanbieter abgerechnet.
Die Vernetzung kann aufgrund des weltweiten Internets unabhängig vom Standort durchgeführt werden. Vorraussetzung hierfür ist ein Internetanschluss.